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Introduction

On the occasion of the Muslim month of fasting I would like to present manzuma, a special kind of musical creative art, which is very popular among Muslims in Ethiopia. Although Ethiopian Muslims would reject to call manzuma chanting as ‘music’ it has without doubt a musical character. Manzuma songs belong to the spiritual and religious sphere of life they which is clearly distinguished from the profane world of music.

Mohammed Awwel Vol 1

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Neue Entwicklungen und Diaspora

Der gewaltsame Regierungswechsel von 1991 hatte auch große Auswirkungen auf die Musikszene in Äthiopien. Viele der bekannten Musiker und Sänger verließen im den frühen neunziger Jahren das Land Richtung USA. Einige aus Opposition zur neuen Regierung andere, folgten den Emigranten der siebziger und achtziger Jahren und schlossen sich der großen äthiopischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten an, wo sie sich bessere Arbeitsbedingungen zu finden erhofften. Dadurch sind in Amerika mittlerweile mehrere äthiopische Plattenfirmen entstanden, die einerseits für den Heimatmarkt Kassetten und die gleichen Alben für die äthiopische Diaspora auf CDs produzieren.
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Musik und Politik

Während die Regierung unter Mengistu Haile Maryam’s in den späten siebziger Jahren mit brutalen Methoden ihre Position festigte, – die Zeit des Roten Terrors -, formierte sich in verschiedenen Regionen des Landes der Widerstand. Oromo, Somali1 und Tigreer2 widersetzten sich der amharisch-geprägten Dominanz der Zentralregierung3 und begannen einen langjährigen Kampf um kulturelle Eigenständigkeit und politische Selbstbestimmung, mit unterschiedlichem Erfolg: Äthiopien konnte im Ogaden – Krieg mit Somalia 1977 seine somalischen Gebiete erfolgreich verteidigen, die Oromo Liberation Front (OLF) kämpft bis heute in Ost- und Westäthiopien gegen die Regierung, die seit 1991 von den ehemaligen Guerilla Tigray Peoples Liberation Front (TPLF) dominiert wird.
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  1. Die meisten von Oromo (und vielen anderen zahlenmäßig kleineren Ethnien) bewohnten Gebiete wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts durch den damaligen Kaiser Menelik II. (ዳግማዊ ምኒልክ ‘Dagmawi Mənilək’) erobert und dem äthiopischen Staat einverleibt. []
  2. Die Tigrinya-sprechenden Bewohner der Region Tigray Nordäthiopiens. []
  3. Mit amharisch-geprägt ist in diesem Rahmen die Leitkultur der damaligen politischen Elite gemeint, die sich durch die Verwendung der amharischen Sprache und die Orientierung am äthiopisch-orthodoxen Christentum auszeichnete. Obwohl häufig von der Dominanz der Amharen die Rede ist, muss man feststellen, dass es der amharisch-sprachigen Landbevölkerung nicht besser ging als den Bewohnern anderer Regionen. []

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Hier nun, nach einer längeren Pause, der dritte Teil der Geschichte der populären Musik Äthiopiens.

Die Siebziger Jahre – Revolution und Musikkassette

Die tiefgehendsten Veränderungen im Land und damit auch in der Musikszene brachte jedoch das Jahr 1974. Die Unzufriedenheit mit dem anachronistischen Regime Haile Selassies verwandelte sich im Februar des Jahres in eine offene Revolution. Sehr schnell übernahm das Militär die Führung im Land. Nachdem sich in internen Machtkämpfen der Oberstleutnant Mengistu Haile Maryam (መንግሥቱ ኃየለ ማርያም ‘Mängəstu Haylä Maryam’) an der Spitze des Macht ausübenden Offizierkomitees Derg (ደርግ ‘Därg’) behaupten konnte, begann die Zeit des Roten Terrors (ቀይ ሽብር ‘Qäy Šəbbər’) mit der Verfolgung vermeintlicher und wirklicher Oppositioneller und ‘Konterrevolutionäre’. Die ersten, die das Mißtrauen der Machthaber hervorriefen, waren Intellektuelle und Künstler, von denen viele ins Exil gezwungen wurden. Einige gingen in Nachbarstaaten wie in den Sudan oder in die Golfstaaten, für viele aber wurden Westeuropa und vor allem Nordamerika zum Fluchtziel.
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Hier der zweite Teil der Geschichte der populären Musik Äthiopiens.

Die Swinging Sixties

Nachdem Äthiopien mit Hilfe der Engländer im Zweiten Weltkrieg die italienischen Besatzer besiegt hatte, blieben die englischen Truppen bis Ende der vierziger Jahre im Lande. In dieser Zeit hatte die englische Militärverwaltung weitreichende Vollmachten und beschnitt die äthiopische Regierung unter Haile Selassie in weiten Bereichen ihrer Souveränität. Aus diesen schlechten Erfahrung erwuchs der Wunsch Haile Selassies, einen neuen Verbündeten zu suchen. Den fand er in den USA, die sich mit dem Beginn des Kalten Krieges und der wachsenden Bedeutung, die der Nahe Osten für ihre strategischen Interessen bekommen hatte, nach der Revolution in Ägypten 1952 einen wichtigen Stützpunkt in der Nähe des Roten Meeres suchten. Durch das Bündnis mit Äthiopien erhielten die USA die Möglichkeit die Qagnew Station (ቃኘው ጣቢያ ‘Qaññäw Ṭabiya’ Amh. Horch-Stützpunkt) in Asmara als strategische Abhörstation zu nutzen und Äthiopien erhielt umfangreiche Unterstützung beim Aufbau seines Militärs und in anderen Bereichen.
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This text is part of a longer article about the history of the popular music of Ethiopia. It is a revised version of a text I had written in the year 2000 and which had been published as a chapter in a book about African Music.1 Since the book was published in German the text exists unfortunately only in that language (at the moment).

Dies ist der erste Teil eines längeren Texts über die Geschichte der populären Musik Äthiopiens. Dabei handelt es sich um die Überarbeitung eines älteren Textes aus dem Jahr 2000.2 Der Text besteht aus fünf Abschnintten, die ich im Verlauf der kommenden Wochen hier veröffentlichen werde.

Azmaris und Armee

Bis zum Zweiten Weltkrieg beschränkte sich die moderne Musik in Äthiopien auf militärische Marschmusik. In den ersten Jahrzehnte diese Jahrhunderts hatte Äthiopien keine nationale Armee. Der Aufbau einer solchen Armee war daher das Hauptinteresse des Tronregenten Ras Täfäri Mekonnen (ራስ ተፈሪ መኰንን3 ‘Ras Täfäri Mäkonnən’)4 und späteren Kaiser Haile Selassie (ኃይሌ ሥላሴ ‘Hayle Səlase’) auf dem Weg zur Macht in den Jahren 1917 bis zu seiner Krönung 1930. Ein wichtiges symbolisches Element einer modernen Armee ist die Marschkapelle, die die Truppe nach außen hin repräsentiert. So nahm Ras Täfäri während einer Reise nach Jerusalem eine Gruppe junger Armenier, die dem Genozid der Türken entkommen waren, mit nach Äthiopien und machte sie zum ersten offiziellen Orchester des Landes. Dieses Orchester war auch unter dem Namen Arba Liǧočč (አርባ ልጆች ‘die Vierzig Jungs’) bekannt. Von dieser Zeit an hatten Armenier eine besondere Stellung in der Entwicklung der modernen Musik Äthiopiens. Der Leiter des Orchesters Kevork Nalbandian komponierte die erste Nationalhymne, die bis zur Revolution im Jahre 1974 in Gebrauch war. Er war auch derjenige, der nach der Vertreibung der Italiener 1941 von Haile Selassie beauftragt wurde, die Musik neu zu organisieren und bei dem Aufbau neuer Orchester zu helfen.

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  1. ‘Sweet Mother’ by Wolfgang Bender []
  2. Den ursprünglichen Text hatte ich als ein Kapitel für das mittlerweile vergriffene Buch ‘Sweet Mother. Afrikanische Musik’ von Wolfgang Bender geschrieben. []
  3. Dieser Text beinhaltet Wörter in äthiopischer Schrift. Um diese im Browser sehen zu können, muss auf dem Computer des Betrachters ein Unicode-Zeichensatz installiert sein, der die äthiopischen Schriftzeichen beinhaltet. Freie Zeichensätze sind beispielsweise der Zeichensatz Jiret oder Abyssinica SIL. []
  4. Die Schreibung amharischer Namen in lateinischer Schrift gestaltet sich hin und wieder als problematisch. So wird ein Name häufig in den verschiedenen europäischen Sprachen unterschiedlich geschrieben. Ich gebe hier in Klammern zusätzlich die amharische Form an, gefolgt von der Schreibweise, wie sie in der Äthiopistik verwendet wird. []

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